S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 19.05.2012 um 10.30 UTC
Zunächst recht warm und wechselhaft mit teils kräftigen Schauern und Gewittern. Ab
Donnerstag von Nordosten her allmählich trockener und sonniger, weiterhin recht warm.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 26.05.2012
zu Beginn des mittelfristigen Vorhersagezeitraums, am Dienstag, befindet sich Deutschland
im Einflussbereich eines abgetropften Höhentiefs mit Schwerpunkt über Italien und dem
Balkan. Dadurch wird feuchtwarme und labil geschichtete Mittelmeerluft über Bulgarien und
Rumänien Richtung Deutschland verfrachtet. Während über dem Nordmeer und Skandinavien sich
allmählich eine kräftige Hochdruckzelle ausbildet, bleibt Deutschland in einer
umfangreichen Tiefdruckzone, die sich vom östlichen Mittelmeer bis in den Osten
Frankreichs erstreckt.
Am Mittwoch baut sich über Westeuropa ein Hochkeil auf. Zusammen mit dem nach Osten
abziehenden Bodentief bildet sich in Deutschland von West nach Ost fortschreitend eine
nordöstliche bodennahe Strömung aus, mit der im weiteren Verlauf etwas kühlere, aber auch
trocknere Luft zugeführt wird. Durch die damit verbundene Stabilisierung im Westen
verlagert sich der Gewitterschwerpunkt nach Osten.
Am Donnerstag schließlich weitet sich der Keil weiter nach Norden aus und bildet über dem
Nordmeer und Skandinavien ein abgeschlossenes Höhenhoch, sodass Deutschland im
Tagesverlauf mehr und mehr unter Absinken kommt. Zuvor kann es aber im Grenzbereich zur
feucht-warmen Luftmasse im Südosten noch zu Gewittern kommen.
Am Freitag und Samstag bildet sich im Bereich Großbritannien bis nach Südskandinavien eine
hochreichende Antizyklone aus, die in weiten Teilen Deutschlands für Absinken sorgt.
Lediglich in Teilen Bayerns sowie in Alpennähe sind noch Gewitter zu erwarten was der der
einst langgestreckten Tiefdruckzone im Mittelmeer und den Balkanstaaten geschuldet ist.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs
Die großräumige synoptische Entwicklung wird auch vom heutigen 00-Uhr Lauf ähnlich
simuliert wie dies bereits von den vorangegangenen Läufen geschah. Im erweiterten
Mittelfristzeitraum soll sich die o. e. Tiefdruckzone wieder weiter nach Norden sprich
Deutschland ausdehnen, was dann eine Verlagerung der Gewitterzone auch in die Mitte und
den Norden unseres Landes bedeuten würde. Die Vorgänger des heutigen Laufs waren da etwas
defensiver.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen
Auch die anderen globalen Modelle zeigen eine Umstellung der Wetterlage von Tief
Mitteleuropa auf Hoch Skandinavien bzw. Nordmeer. Dabei stimmen insbesondere GME und GFS
gut überein, wonach die Ausdehnung der Gewitterzone bis nach Norddeutschland verzögert
wäre, bei EGGR ist der Hochdruckeinfluss über Mitteleuropa sogar noch stärker ausgeprägt,
da dort die Hochdruckzelle noch stärker in den Ostseeraum verschoben ist. Von daher könnte
die anstehende trockene sommerliche Schönwetterperiode sogar noch etwas länger
fortbestehen.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen
Die NewClusters zeigen im Zeitraum 120 bis 168h 4 Cluster, wobei der neue Hauptlauf und
der Kontrolllauf sich in Cluster 1 befinden. Die Cluster unterscheiden sich im
Wesentlichen durch die Simulation der sich einstellenden Hochdruckzone. Die Mehrheit der
Cluster zeigt aufgrund einer starken Tiefentwicklung im östlichen Atlantik eine
meridionale Ausdehnung des Hochs über West und Nordeuropa, während EZMW, wie schon
erwähnt, eine weitgehende zonale Lösung nördlich von uns propagiert.
Die Rauchfahnen zeigen zunächst im Kurzfristbereich einen starken Anstieg der Temperatur
und schließlich ab Mittwoch einen starken Anstieg des Geopotentials. Die stärksten
Niederschläge sind am Montag und Dienstag zu erwarten. Die EPSgramme zeigen für das
Pfingstwochenende angenehme Temperaturen über 20 Grad und dazu bis auf den Süden
Deutschlands meist ohne Niederschlag
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen
Bis Mittwoch besteht im Übergang zwischen der feucht-warmen Luftmasse und der etwas
kühleren Luftmasse im Nordwesten die Gefahr von Stark- und Dauerniederschlägen sowie
eingelagerten Gewittern. Die Gewitter können vor allem am Montag auch mit Hagel verbunden
sein. Vom staubedingten Dauerregen sind am Montag und Dienstag vor allem die westlichen
Mittelgebirge betroffen. Am Mittwoch kann es dann im Südosten bei Gewittern zu
Starkregenfällen kommen.
Allerdings gibt EFI im Gegensatz zu gestern im Wesentlichen nur noch außerhalb von
Deutschland Signale für extreme Niederschläge.
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Basis für Mittelfristvorhersage
ECMF-EPS, MOS-MIX, AFREG-MIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Stefan Külzer
